Musik ist für mich...

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Hermann Max

Kirchenmusiker

Musik ist für mich Beziehung. Ich staune immer wieder darüber, wie Musiker in Proben und Aufführungen untereinander mit Konzentration und Wachheit, mit Rücksicht und Respekt kommunizieren. Ein Vergnügen ist es zu spüren, wie in Aufführungen dadurch Bildliches, Spielerisches und Emotionales dargestellt wird. Das sind motivierende und oft beglückende Vorgänge, von denen ich mir wünsche, dass sie auch in anderen Bereichen unserer Gesellschaft in vergleichbarer Weise vorkommen. Zum Beispiel bei Politikern, in Familien, in Freundeskreisen und Glaubensgemeinschaften - um nur einige zu nennen. Beim Musizieren werden Rücksichtnahme, Respekt und Aufeinanderhören geschult. Ebenfalls wird der Sinn für Schönheit und Vollkommenheit, für Unvollkommenes und das Erkennen eigener Grenzen, für Reaktionsvermögen und Verstehen entwickelt und als letztlich positive Informationsdatei im Gehirn gespeichert. Diese Datei ist bestens geeignet, als Nahrung für unsere Menschlichkeit zu dienen. Menschlichkeit braucht nämlich Nahrung. Unserem Bewusstsein für andersartige Menschen, andere Kulturen und andere Gesinnungen müssen wir immer wieder gute Beispiele geben, die, wenn sie - wie Musik - Träger von Emotionalem sind, sehr nachhaltig wirken können. In manchen sozialen Brennpunkten unserer Erde sind Musizieren, Theaterspielen und Bildende Kunst der einzige Weg, Veränderungen zum Guten zu erreichen. Das südamerikanische Jugendorchester ist dafür ein leuchtendes Beispiel und Vorbild. Wortgebundene Musik kann perfekt die vielfältigen dichterischen Aussagen eines Textes verständlich machen und verstärken. Talentierten Komponisten gelang und gelingt es, menschliche Gefühle geradezu minimalistisch in ihren Werken zu beschreiben. Martin Luther mag ähnlich gedacht haben.


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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 20. Juni 2017 12:25