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Kurrende

1. Advent 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Kurrende – so nennt man in manchen Regionen, nicht nur in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, den Kinderchor. Die Kinder tragen zu ihrem Dienst schwarze Chormäntel, auch Kurrendemäntel genannt, dazu weiße Kragen. Zuweilen kommen auch Kragen in der jeweiligen liturgischen Farbe vor. Auch eine Kopfbedeckung in Form eines Baretts aus Samt gehört mancherorts zur Amtstracht der Kinder. Bei den Kurrendemänteln handelt es sich um liturgische Gewänder, ähnlich dem Talar, mit denen schon kleine Kinder als liturgisch handelnde Personen sichtbar werden.

Das Wort Kurrende leitet sich vom lateinischen „currere“, auf deutsch „laufen“, her. Die Kurrende war ein mobiler Chor, der auch außerhalb des Sonntagsgottesdienstes sang, zum Beispiel bei Beerdigungen. In vielen Gemeinden gibt es das Kurrendesingen bis heute: Die Kurrende singt im Krankenhaus, im Altenheim, zum Martinstag, als Sternsinger von Haus zu Haus gehend. Dieser Tradition nachempfunden ist möglicherweise das Ankündigungslied „Wir sagen euch an den lieben Advent“ (EG 17).

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47