Kolumne

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Requiem

Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Am Ende des Kirchenjahres ist die Zeit der Aufführung von Requiemvertonungen. Requiem aeternam dona eis, Domine (Ruhe, ewige, gib ihnen, Herr) - mit diesem im ersten Jahrhundert nach Christus entstandenen Eingangsgesang beginnt die Liturgie für die Verstorbenen. Brahms, Britten, Cherubini, Dvořák, Fauré, Mozart, Penderecki, Verdi und viele andere Komponisten haben die altkirchlich-katholischen Texte der Totenmesse immer wieder neu zusammengestellt und dafür eine aktuelle Tonsprache gefunden.

Zum Kanon der lateinischen Gesänge für die Totenmesse gehört auch das sogenannte Dies irae, zu deutsch: Tag des Zorns. Eine Nachdichtung dieser mittelalterlichen Schilderung des jüngsten Gerichts, verfasst von dem lutherischen Pfarrer Bartholomäus Ringwaldt, singen wir in seinem Lied "Es ist gewisslich an der Zeit" bis heute - wenn wir es denn singen. Der gesungene Liedtext kommt näher an uns heran als die bedrohliche Musik des lateinischen Dies irae in einer Requiemaufführung, die wir als Chorsänger oder Zuhörer erleben.

Archiv

Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47