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Akrostichon

Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

In Kirchenliedern gibt es viel zu entdecken: handwerkliche Kunst, Entstehungsgeschichten, Biographien, biblische Bezüge und Verweise auf andere Texte, Rätsel und verschlüsselte Botschaften. Verschlüsselte Botschaften?

Eine Verschlüsselungstechnik besteht darin, die Zeilenanfänge so zu gestalten, dass ihre ersten Buchstaben oder Worte, von oben nach unten oder von unten nach oben gelesen, einen Sinn ergeben. Diese uralte Gestaltungsform der "Spitze des Verses" (griechisch: Akrostichon) gibt es in weltlicher und geistlicher Poesie, auch in der Bibel, z.B. in manchen Psalmen - dort natürlich nur im hebräischen Original erkennbar.

Das bekannteste Akrostichonlied ist wohl Paul Gerhardts "Befiehl du deine Wege". Die in diesem Spruchakrostichon durch Kursivdruck hervorgehobenen Worte bilden einen Vers aus Ps 37,5. Finden Sie das Akrostichon in "Valet will ich dir geben" (Evangelisches Gesangbuch Nr. 523)? Hier geht es um die Anfangsbuchstaben, in Str. 4 gilt: V = U. Beachten Sie die erste Zeile der letzten Strophe und die Angaben unter dem Lied...

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47