Kolumne

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Orgelpunkt

18. Sonntag nach Trinitatis 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Über einem gleichbleibenden, mehrere Takte andauernden Basston klingen verschiedene Harmonien – das ist ein Orgelpunkt. Orgelpunkte kommen häufig in Orgelkompositionen vor, vielleicht, weil sie sich auch bei kleinen Pedalklaviaturen leicht ausführen lassen: Der linke Fuß hält eine tiefe Pedaltaste gedrückt, während die Hände auf einem Manual improvisieren oder eine aufgeschriebene Komposition spielen. Oft steht ein Orgelpunkt am Beginn oder Ende eines Musikstückes; je länger er dauert, desto größer wird die harmonische Spannung, die nach einer Auflösung, also nach einem Wechsel des Basstons, verlangt.

Verwandt mit dem Orgelpunkt ist der Bordun, der aus einem Liegeton, aber auch aus mehreren Liegetönen bestehen kann. Vom Orgelpunkt und Bordun unterschieden ist der Ostinato, der eine sich wiederholende Folge von Tönen oder Rhythmen bezeichnet.

Mit Haltetönen und Tonfolgen lässt sich eine einfache Mehrstimmigkeit erzeugen – diese gemeindefreundliche Technik eignet sich auch für den Gesang von Kirchenliedern.

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47