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Präzentor

16. Sonntag nach Trinitatis 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Das weitgehend unbekannte, ursprünglich lateinische Wort Präzentor heißt „Vorsänger“ und bezeichnet im jüdischen und dann im christlichen Gottesdienst ein liturgisches Amt. Der Begriff Präzentor wurde später durch das Wort Kantor ersetzt. Brauchen wir neben der Kantorin auch einen Präzentor?

Im heutigen Verständnis ist die Kantorin für die gesamte Kirchenmusik in einer Gemeinde zuständig. Aber nicht alle Gemeinden haben eine Kantorin. Hier könnten Präzentoren nach einer entsprechenden Ausbildung die Aufgabe des Vorsingens übernehmen. Ähnlich wie Lektorinnen und Prädikanten besuchen die angehenden Präzentorinnen Kurse, in denen sie ihre Singstimmen schulen, das Anstimmen erlernen, Kenntnisse der liturgischen Gesänge und Lieder erwerben oder verbessern können. Eine Anstimmkultur breitet sich aus: Die erste Liedzeile singt der Präzentor, dann erst stimmen die anderen ein. So wissen alle, mit welchem Ton und in welchem Tempo gesungen wird.

Zukunftsmusik? Ja. Aber möglicherweise schon bald Gegenwartsmusik!

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47