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Gesang der ersten Christen

15. Sonntag nach Trinitatis 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

„Die christliche Kirche war von Anfang an eine singende Kirche“ steht im Evangelischen Gesangbuch (EG 956). Nicht nur die Bibel spricht an zahlreichen Stellen vom Gesang der christlichen Urgemeinden. Auch außerbiblische Quellen berichten von den singenden Christen. Die sangen „Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder“ (Eph 5,19; Kol 3,16). Mit diesen nicht näher definierten Textsorten sind neue geistliche Lieder des jungen Christentums gemeint, dazu gehören wohl auch das Magnificat, Benedictus und Nunc dimittis (Lk 1 und 2). Die gemeinsamen Mahlfeiern waren, die jüdische Tradition fortsetzend, von Gesang begleitet, das deuten Bibelstellen wie 1 Kor 14,26 an.

Später, im 4. Jahrhundert, erfand der Mailänder Bischof Ambrosius die strophisch gebaute Hymnenform: acht vierzeilige lateinische Strophen, jede Zeile hat acht Silben. Diese Lieder verbreiteten sich schnell und wurden sehr populär. Das Strophenlied war geboren. Noch heute stehen altkirchliche Hymnen im Evangelischen Gesangbuch, davon drei von Ambrosius.

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47