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Gebunden oder frei?

10. Sonntag nach Trinitatis 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Orgelmusik lässt sich grob einteilen in freie und choralgebundene Werke. Unter choralgebundener Orgelmusik versteht man Bearbeitungen von Kirchenliedmelodien; das können einfache Vorspiele, große Choralbearbeitungen, aber auch opulente Fantasien, kunstvolle Trios, mehrsätzige Sonaten, stürmische Toccaten oder strenge Fugen sein. Seit es Kirchenlieder gibt, sind sie mit der Vielfalt musikalischer Formen verbunden worden, nicht nur in Kompositionen für die Orgel.

Freien Orgelwerken liegen keine Kirchenliedmelodien zugrunde, sondern frei erfundene Themen, Motive oder Rhythmen. Sowohl im Gottesdienst als auch im Konzert begegnen uns freie und choralgebundene Orgelkompositionen in allen Formen und Stilen. In künstlerischer Hinsicht stehen die beiden Orgelmusikgattungen gleichberechtigt nebeneinander.

Oft ist eine Kirchenliedmelodie in einem choralgebundenen Orgelstück schwer zu erkennen, z.B. wenn sie stark verziert ist oder in einer Mittelstimme verborgen ist. Und: Erkennen kann man nur das, was man kennt!

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47