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Sommerzeit

5. Sonntag nach Trinitatis 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Im Sommer singen wir gern „Geh aus, mein Herz“ von Paul Gerhardt. Gleich in der ersten Strophe wird die „liebe Sommerzeit“ besungen – bis zur 8. Strophe. Dort ist das Lied dann häufig zu Ende.

Johann Walter, der Freund Martin Luthers, preist in seinem Lied „Herzlich tut mich erfreuen“ ebenfalls „die liebe Sommerzeit“. Es steht allerdings in der Rubrik „Ende des Kirchenjahres“ und beschreibt in vielen Strophen den neuen Himmel und die neue Erde. Dass Sommer und Sommerzeit noch zu Paul Gerhardts Zeiten bekannte Bilder für die Ewigkeit sind (vgl. Mt 24,32), zeigt sich bei genauem Hinsehen auch in „Geh aus, mein Herz“. Die zweite Liedhälfte redet von der Beziehung zwischen irdischem Dasein und dem kommenden Leben in „Christi Garten“ und benutzt dabei weiterhin Naturbegriffe, z.B. „Glaubensfrüchte“, „Baum“, „Pflanze“. Im ersten Teil sind die Naturschilderungen ebenfalls Metaphern – z.B. „Taube“, „Weinstock“, „Reben“, „Weizen“; sie verweisen auf Christus, auf die neue Erde. Ein Sommer- und ein Ewigkeitslied!

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47