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Lied oder Gesang?

3. Sonntag nach Trinitatis 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Das Evangelische Gesangbuch enthält neben einem Textteil Lieder und Gesänge, so steht es im Inhaltsverzeichnis. Worin unterscheiden sich Lieder und Gesänge?

Unter Liedern versteht das EG gesungene Texte mit regelmäßigem Strophenbau. Das heißt, die Strophen eines Liedes sind gleich lang, sie bestehen aus derselben Anzahl von Strophenzeilen, weisen die gleiche Silbenzahl auf und folgen in der Regel wiederkehrenden Versmaßen mit betonten und unbetonten Silben. Aufgrund dieses regelmäßigen Baus können alle Strophen eines Liedes auf dieselbe Melodie gesungen werden. Geistliche Strophenlieder in dieser Form kennen wir seit den Hymnen des Bischofs Ambrosius aus dem vierten Jahrhundert nach Christus.

Als Gesänge bezeichnet das EG gesungene Texte ohne periodisch wiederkehrende Strukturen, dazu können Psalmen, Lesungen, Bekenntnisse, Gebete und Rufe gehören. EG 179 ist ein Lied, EG 180.1 dagegen ein Gesang. In den Rubriken „Liturgische Gesänge“ und „Gottesdienste zu den Tageszeiten“ finden wir die meisten Gesänge.

Archiv

Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47