Kolumne

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Singend beten

Rogate 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Viele Kirchenlieder sind gesungene Gebete, z.B. „Bewahre uns, Gott“ (EG 171). Auch alle gottesdienstlichen Gebete können gesungen werden, darunter das Vaterunser. Schon früh wurde es zu einem liturgischen Gesang, der sich mit immer neuen Melodien verbunden hat. Das Evangelische Gesangbuch enthält vier Vaterunsergesänge. Mehrstimmige Vertonungen dieses Gebetes gibt es aus nahezu jeder Epoche und Stilrichtung der Musikgeschichte bis heute.

Während dem Bibeltext in Vaterunsergesängen und -motetten in der Regel nur die Doxologie, also der preisende Schluß „Denn dein ist das Reich…“ hinzugefügt ist, hat sich Martin Luther in seinem Vaterunserlied dazu entschlossen, die sieben Bitten des Jesusgebetes auch auszulegen. So entstand mit einer Anrede- und einer Amenstrophe ein neunstrophiges, gereimtes Lied (EG 344). Vaterunserbereimungen sind aber auch auf kleinstem Raum möglich, z.B. EG 342, 8 – 9, und EG 471, 5.

Das gesprochene Vaterunser kann durch Gemeinde- oder Chorgesang wiederholt oder ersetzt werden.

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47