Kolumne

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Majestätischer Gesang

Jubilate 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Der Reformator Calvin hat für den Gemeindegesang in Genf „poids et majesté“ – Gewicht und Majestät – gefordert. Die Gemeinde im Genf des 16. Jahrhunderts sang ausschließlich Psalmlieder. Darunter war auch die Melodie zu Psalm 138, die später leicht verändert mit dem Text unseres Wochenliedes „Mit Freuden zart“ verbunden wurde. Der schreitende Charakter der Genfer Melodie passt gut zu dem Aufruf, sich singend aufzumachen „zu dieser Fahrt“. Hier sind Singen und Sagen, Klang und Wort unauflöslich verbunden, und in allen Strophen ist Bewegung zu einem Ziel hin: zum ewigen Heil, zur Himmelspforte, zur ewigen Freude. Ein Prozessionslied, das beim Gehen gesungen werden kann: nach dem Abendmahl, beim Auszug aus dem Gottesdienst.

Nicht nur die 3. Strophe sondern auch die weit ausschwingende Melodie lädt zu großer Klangentfaltung ein, da kommen die halben Noten gerade recht, um mit voller Stimme zu singen. Gewicht und Majestät des Gesangs – auch auf diese Weise lassen sich Freude und Jubel zum Ausdruck bringen!

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47