Kolumne

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Christ ist erstanden

Quasimodogeniti 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

„Christ ist erstanden gebessert“, so hat Luther sein Lied „Christ lag in Todesbanden“ überschrieben. Er will den alten vorreformatorischen Ruf „Christ ist erstanden“ erklären, auslegen. Das tut er, indem er bei der Passion ansetzt und auf den Zustand vor Ostern zurückgeht. Leiden, Kreuz und Tod sind in diesem Osterlied gegenwärtig. Von Luther gibt es kein Passionslied. Passion und Ostern konnte und wollte er nur zusammendenken.

Der alte österliche Gesang „Christ ist erstanden“ ist noch deutlich hinter Luthers „gebesserter“ Fassung zu erkennen. „Des solln wir alle froh sein“ wurde zu „Des wir sollen fröhlich sein“. Die „Marter“ und die zweite Strophe „Wär er nicht erstanden“ überführt Luther in eine dramatische Darstellung des Kampfes zwischen Tod und Leben.

Auch die Melodie von „Christ ist erstanden“ klingt im „gebesserten“ Lied an mehreren Stellen mit. Gut hörbar: Die Töne der Anfangszeilen des altkirchlichen Gesangs kommen in der richtigen Reihenfolge auch in den Anfangszeilen des Lutherliedes vor.

Archiv

Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47