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Hoch oder tief?

Lätare 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Singen ist Trainingssache und hat mit Körperspannung und seelischer Verfassung zu tun, wie wir schon an unserer Sprechstimme merken können. Freude und Erregung lassen uns nicht nur lauter, sondern auch höher sprechen; in Trauer und Müdigkeit sind unsere Stimmen still und tief. Hoch oder tief – das macht nicht nur etwas mit uns, sondern auch mit den Liedern, die wir singen. Der jubelnde Affekt von „Du meine Seele, singe“ (EG 302) zeigt sich nur dann in der pfeilgrad nach oben schießenden Melodie, wenn sie auch wirklich oben, also hoch, ankommt: Die Spannung steigt, Gotteslob ist das (hohe) Ziel.

Kinder haben von Natur aus hohe Stimmen, wie man auf jedem Spielplatz hören kann. Ältere Menschen singen tiefer. In großen Gruppen singt es sich leichter hoch als im kleinen Kreis. Und wenn wir zum Singen auf der vorderen Stuhlkante sitzen oder gar aufstehen, dann geht’s mit dem Hochsingen noch besser.

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47