Kolumne

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Kirchenmusik in der Passionszeit

Reminiscere 2018

Britta Martini (Kirchenmusikerin, Berlin)

Passionszeit ist Fastenzeit. Also verzichtet man auf etwas, das man mag. Zum Beispiel auf Musik im Gottesdienst. Seit dem Sonntag Septuagesimae verzichten wir auf  Halleluja-Gesänge und -strophen. Und vom Aschermittwoch an erklingt auch das „Ehre sei Gott in der Höhe“ nicht mehr. Manche Gemeinden verzichten zudem, anknüpfend an alte Tradition, auf alle Instrumentalmusik im Gottesdienst; Lieder und liturgische Gesänge werden einstimmig und unbegleitet gesungen. Im Gottesdienst wird es still.

Dieser reduzierten Liturgie, in der Jesu Leidensweg sinnfällig wird, steht eine Fülle von Kompositionen gegenüber, deren Thema Jesu Passion ist: Chormotetten, Orgelchoräle, Kantaten, Oratorien. Große Musik, kein Verzicht auf Instrumente! Auch diese Form, Jesu Leiden und Sterben als kunstvolle Beziehung von Wort, Ton, Klang wahrzunehmen, gehört in die Liturgie (nicht nur ins Konzert).

Beide Prinzipien – das „Weniger“ und das „Mehr“ – können abwechselnd, auch nebeneinander, die Gottesdienste der Passionszeit prägen.

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Die Autorin der wöchentlichen Kolumne ist Kirchenmusikdirektorin in Berlin und als Studienleiterin für die kirchenmusikalische Aus- und Fortbildung in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Die Texte sind auch in "Die Kirche" erschienen (Evangelische Wochenzeitung der EKBO).




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Publikationsdatum dieser Seite: Dienstag, 23. Januar 2018 14:47